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Professioneller Klavierunterricht an der Mittelschule Haar

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Kaum zu glauben, aber wahr:

Seit dem Schuljahr 2014/2015 haben unsere musikbegeisterten Schülerinnen und Schüler an unserer Schule die einmalige Gelegenheit und Möglichkeit, professionellen Klavierunterricht zu bekommen. Ermöglicht wird dieses einzigartige, wunderbare Konzept durch die Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation. „Musik für Schüler“, so heißt das von Herrn Erich Fischer ins Leben gerufene Projekt, bereichert nun schon seit über fünf Jahren das soziale Miteinander und den Musikunterricht an der Mittelschule Haar.

Aufgrund der alljährlich stattfindenden Auftaktkonzerte kommen die meisten unserer Schülerinnen und Schüler das erste Mal mit klassischer Musik in Berührung. Die bewegenden, dankbaren Reaktionen nach diesen Konzerten zeigen unserer Lehrerschaft, wie sehr unsere Jugend an dieser für sie bisher eher unbekannten Musikkultur interessiert ist. Auch die Möglichkeit, privat Klavierunterricht zu nehmen, bleibt dem Großteil unserer Kinder wegen finanzieller Engpässe verwehrt, nicht zu sprechen von der Anschaffung eines Klaviers.

Für die neuen fünften Klassen und der Deutschklasse eröffnet sich nun das vorher noch nie in dieser Form da gewesene Angebot, zunächst einmal für einen Monat lang einen sogenannten Schnupperunterricht im Fach Klavier zu nehmen, und das alles kostenlos. Es ist jedes Mal ein pädagogisches Highlight für uns Lehrerinnen und Lehrer, mit welchem Eifer diese Schnupperstunden von unseren Schülerinnen und Schülern angenommen werden.

Da ein Großteil dieser Neulinge sowohl ein außergewöhnlich großes Interesse als auch ein musikalisches Gespür für das schöne Instrument zeigen, dürfen sie nun für den Rest des Schuljahres weiterhin den professionellen und didaktisch durchdachten Klavierunterricht in Anspruch nehmen.

Der Pianist und Klavierlehrer Herr Georg Roters unterrichtet nun schon seit mehreren Jahren unsere klavierbegeisterte Schülerschaft, deren Fleiß und Eifer sich an den jährlich stattfindenden Abschlusskonzerten unverkennbar wahrnehmen lässt.

Nicht zuletzt aufgrund der Spenden von Privatpersonen und dem SZ-Adventskalender können unsere Nachwuchspianisten sowohl an der Schule als auch in ihrer häuslichen Umgebung an soliden akustischen und digitalen Pianos üben. Der Schulleiter Herr Markus Fauth übernahm spontan den Transport eines über 200 Kilogramm schweren Klavieres, das uns freundlicherweise von der Familie Urban aus Pfaffenhofen zur Verfügung gestellt wurde. Nun nimmt es einen würdevollen Platz in unserem hellen Musikzimmer ein.

Im Namen unserer gesamten Schulfamilie möchte ich meinen ganz besonderen Dank an den Gründer der Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation, Herrn Erich Fischer aussprechen, der uns dieses noch nie da gewesene, pädagogisch herausragende Projekt an unserer Schule ermöglicht.

Günter Busta, Musikprojektleiter an der Mittelschule Haar

Aktuelles

Musik für Schüler – Auftaktkonzerte

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Auftaktkonzerte an der Mittelschule Haar

Seit dem Schuljahr 2014/15 finden an unserer Schule jeweils im Oktober drei im wöchentlichen Abstand aufeinanderfolgende Auftaktkonzerte statt, die uns freundlicherweise durch die Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation ermöglicht werden. Auch Corona konnte uns keinen Strich durch die Rechnung machen, nachdem wir in unserer riesigen Aula sämtliche Hygienevorschriften einhalten und unser strenges Hygienekonzept hervorragend umsetzen konnten.

Zum ersten Konzert am 07. Oktober durfte ich bereits zum sechzehnten Mal den Musikdirektor und Bratschisten Herrn Johannes Erkes in der Aula unserer Schule begrüßen, der zusammen mit Georg Roters (Klavier) und Anton Roters (Violine) unsere Schülerinnen und Schüler in eine musikalische Zeitreise entführte.

Das über siebzigköpfige Publikum setzte sich aus den drei neuen fünften Klassen sowie der neu zustande gekommenen D6 zusammen.

Gleich zu Beginn des Konzerts gelang es Herrn Erkes wieder einmal mit seinem gekonnten didaktischen Gespür unsere Schülerschaft auf den 1. Satz des Kegelstatt Trios von Wolfgang Amadeus Mozart hin einzustimmen. Nur allzu gut konnte sich jeder einzelne Schüler hineinversetzen, wie wohl Mozart zu dieser wunderbaren Komposition gekommen ist.

Neben Muzio Clementis Sonate Op. 26, Nr. 2, 1. Satz, konnte unser Klavierlehrer, Herr Georg Roters, auch mit Robert Schumanns „Träumerei“ die Zuhörer in eine zutiefst konzentrierte und beruhigende Situation versetzen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr der Klang des Klavieres den Zuhörer in eine immens erstaunliche innere Konzentration und Zufriedenheit versetzt.

Mit Nicolo Paganinis „Cappriccio“ konnte Anton Roters nicht nur unsere Schüler, sondern auch uns Lehrer in eine märchenhaft anmutende, dämonische Musikwelt entführen. „Woher hat Herr Roters diese Energie, wie kann man nur so lange ein so schwieriges Stück spielen ?“, waren einige Fragen meiner Schüler nach dieser hervorragenden Interpretation.

Ein weiteres absolutes Highlight stellte für unser junges Publikum das Cembalo-Doppelkonzert, c-moll, 1. Satz, von Johann Sebastian Bach dar, welches von Anton Roters eigens zu einer Rap-Version umgearbeitet wurde. Hier wurde mit größter Präzision die Brücke von der heutigen, bei unseren Jugendlichen weit verbreiteten Musik, zur Klassik geschlagen. Jetzt ist jedem Schüler klar geworden, dass die klassische Musik die Grundlagen für neuere Musikformen geschaffen hat.

Besonders in der Nachbesprechung dieses abwechslungsreichen Konzerts zeigte sich, wie sehr unsere Schülerinnen und Schüler an „vernünftiger Musik“, wie u.a. der Kommentar eines Schülers geheißen hat, interessiert sind, wenn sie erst einmal damit in Berührung gekommen sind.

Auch das zweite Auftaktkonzert, präsentiert und durchgeführt vom Pianisten Burak Çebi, war sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für uns Lehrer ein wahrer Seelenbalsam. So konnte auch der sonst momentan eher triste Herbst einen sprichwörtlich goldenen Oktober erfahren.

Die sehr abwechslungsreichen Darbietungen, die dem König der Musikinstrumente, nämlich dem Klavier bzw. dem Flügel gewidmet wurden, haben unsere Schülerschaft in den Bann des bezaubernden, ja verzaubernden Klangs des Instruments gezogen.

Der Konzertpianist Herr Burak Çebi führte unsere Zuhörerinnen und Zuhörer sehr unterhaltsam durch sein Programm mit Klavierstücken und Fragen zum Erlernen des Klavierspielens. Seine Virtuosität zeigte er unter anderem mit seinem selbst komponierten Stück „Marcia con bravura ossia gelato di spaghetti“ und dem Walzer Op. 64 vom Romantiker Frédéric Chopin.

Bela Bartoks „Rumänische Volkstänze“ riefen bei einer nicht geringen Anzahl von begeisterten Zuhörern unwillkürlich heimatliche Gefühle hervor. Auch hier wurde wieder sehr deutlich, wie nahe sich Volksmusik und klassische Kompositionen doch in Wirklichkeit stehen.

Unsere Schülerinnen und Schüler motivierte der Pianist nicht nur durch sein gekonntes Spiel, ein Instrument zu erlernen und fleißig zu üben. Burak Çebi selbst konnte Vieles und Interessantes aus seiner eigenen Kindheit berichten, er selbst spielt seit seinem sechsten Lebensjahr, wie er dem neugierigen Publikum verriet.

Bereits zu Beginn des dritten Konzerts konnte Herr Erkes die Kinder mit der Frage, was denn der Unterschied zwischen einer „normalen“ und einer professionell ausgebildeten Gesangsstimme sei, in eine außerordentliche Neugierde versetzen. Doch des Rätsels Lösung erfuhren unsere Schülerinnen und Schüler schon kurz darauf:

Herr Roters trug in wirklich angenehmen Tönen ein paar Takte eines modernen Liedes vor, welche sogar mit einem Mikrofon verstärkt wurden. „Ja, so kennen wir Musik aus unserem Alltag“, und ähnliche Kommentare kamen aus der Schülerschaft. Nachdem nun der Bariton Herr Schütz seine raumfüllende, kräftige und wohltuende Stimme erschallen ließ, war nicht nur unseren Kindern sofort der riesige Unterschied bewusst. „Wow, so was hab ich ja noch nie gehört“ und „Mega“ konnten wir Lehrer unter anderem aus dem Publikum heraushören.

In noch nie da gewesener Bewunderung verfolgten unsere Schüler die Darbietung unseres professionellen Chorleiters und Baritons Thomas Schütz: Wolfgang Amadeus Mozarts Arie de sconte Almaviva aus seiner Oper „Le nozze di Figaro“ ließ unsere Kinder aus dem Staunen gar nicht mehr heraus kommen. Besonders das aktive Miteinbeziehen von Schülern machte die Arie zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Auch Claude Debussys Preludes No. 2 und Frederic Chopins Etudes op. 25, No. 12, die vom Pianisten und unserem Klavierlehrer Georg Roters am Klavier interpretiert wurden, verzauberten unser junges Publikum.

Den krönenden Abschluss unseres achtzehnten Auftaktkonzerts bescherte uns die Interpretation von George Bizets „Toreador-Arie“. Thomas Schütz als gestandener „Stierkämpfer Escamillo“ verführte unter raffinierter Begleitung von Johannes Erkes und Georg Roters die gesamte Zuhörerschaft in eine an unserer Schule noch nie da gewesenen Welt. Auch hier schlugen die Herzen unserer Schülerinnen und Schüler wieder durch das aktive Mitmachen um ein Vielfaches höher.

Vielen herzlichen Dank an die wundervollen professionellen Interpreten und an die Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation, die uns dieses einmalige Projekt „Musik für Schüler“ an unserer Schule ermöglicht.

Günter Busta, Musikprojektleiter an der Mittelschule Haar